6. Zubehörteile
a) Speisevorrichtungen
Das in Dampf verwandelte und in dieser Form den Kessel verlassende Wasser muß durch frisches ersetzt werden. Es ist gegen einen Druck von der Höhe der Dampfspannung in den Kessel hineinzudrücken. Dazu verwendet man Speisepumpen, die entweder als selbständige Dampfpumpen ausgebildet sind, oder von Transmissionen, durch Elektromotoren oder durch Exzenter von der Hauptmaschine angetrieben werden.
Den gleichen Zweck erfüllen auch die Injektoren oder Dampfstrahlpumpen, bei denen sich der aus einer Düse austretende Dampf mit dem Speisewasser mischt, dabei diesem eine große Geschwindigkeit verleiht, so daß dessen Arbeitsvermögen ausreicht, den Druck der Kesselspannung zu überwinden und das Ventil zu heben. Um den Kessel zu schonen, wird das Wasser möglichst an solche Stellen geleitet, wo es nur mit den weniger heißen Wandungen in Berührung kommt.
Wegen der großen Bedeutung einer ordnungsmäßigen Speisung des Kessels ist gesetzlich vorgeschrieben, daß jeder Kessel wenigstens zwei voneinander unabhängige Speisevorrichtungen habe muß, von denen jede einzelne zur Versorgung ausreicht, damit auch beim Versagen der einen die Speisung nicht unterbrochen wird. Es ist weiter in der Rohrleitung zwischen Pumpe und Dampfkessel ein Speiseventil anzuordnen, das dem Wasser nur den Eintritt in den Kessel, aber nicht den Austritt gestattet, damit bei etwaigem Bruch oder Undichtwerden der Leitung der Kessel nicht leerläuft.
b) Wasserstandszeiger
Die Speisung erfolgt entweder kontinuierlich oder je nach Bedarf. In jedem Falle ist es nötig, auch von außen zu erkennen, wie hoch das Wasser im Kessel steht. Dazu dienen die Wasserstandszeiger (Abb.33).
Das sind entweder drei übereinander angebrachte Probierhähne, aus denen beim Öffnen Dampf oder Wasser ausströmt, oder die vollkommenere Einrichtung von Wasserstandsgläsern. Auch von diesen Vorrichtungen sind zwei voneinander unabhängige anzubringen.
Man unterscheidet den mittleren, höchsten und
tiefsten Wasserstand.
Der tiefste soll mindestens 10 cm über der höchsten vom Feuer berührten Kesselwandung liegen. Der höchste Wasserstand soll nicht überschritten werden, damit nicht der Dampfraum verkleinert wird. Der Raum zwischen der Fläche des höchsten und des tiefsten Wasserstandes,
Speiseraum, stellt eine gewisse Reserve dar, um den erwähnten Ausgleich zwischen Dampfentnahme und Dampfentwicklung, bzw. Speisewasserzuführung, zu bewirken.Die Folgen mangelhafter Speisung sind so schwerwiegend, daß man wohl den größten Teil der Dampfkesselexplosionen darauf zurückführen kann. Die Erklärung dafür ist, daß feuerberührte Kesselbleche, wenn sie vom Wasser entblößt sind, glühend werden, da die Wärme von den Wandungen auf den Dampf viel schlechter übergeht als auf das Wasser. Im glühenden Zustand ist aber die Festigkeit bedeutend verringert. Kommen ferner infolge von Verbiegungen oder weil die Speisung aufs neue einsetzt, die Wandungen mit Kesselwasser in Berührung, so geht die Dampfentwicklung so plötzlich vor sich, daß die Gefahr der Explosion in äußerste Nähe gerückt ist. Daher ist die ordnungsgemäße Funktion und der Zustand den Speisevorrichtungen und Wasserstandsanzeigern sehr wichtig.
c) Manometer und Sicherheitsventil
sind ebenfalls Zubehörteile, die an keinem Kessel fehlen dürfen. Das Manometer dient dazu, die Höhe des Dampfdruckes im Kessel anzuzeigen. Es besteht aus einem gebogenen Metallrohr, das sich bei innerem Druck streckt und dadurch über Zahnräder einen Zeiger über einer Skala dreht (Abb.34). Die höchste für den Kessel zulässige Spannung ist durch einen roten Strich bezeichnet. Hört mitten im Betriebe plötzlich die Dampfentnahme auf, so läßt sich die Feuerung nicht ebenso schnell dämpfen. Daher wird infolge weiterer Wärmezufuhr die Spannung des Dampfes steigen, was mit Gefahr verbunden ist. Um das zu verhindern, gibt es ein Sicherheitsventil (Abb.35). Das ist ein kräftig gebautes Ventil, dessen Durchgangsquerschnitt sich nach der Heizfläche und der Kesselspannung richtet und das durch einen Gewichthebel oder Federn so belastet wird, daß es von dem Dampfdruck gelüftet wird, sobald dieser über die zulässige Grenze gestiegen ist. Es entweicht dann der überschüssige Dampf in die Luft, und die Spannung bleibt auf ihrem Höchstwert; außerdem macht das Geräusch des ausströmenden Dampfes das Bedienungspersonal aufmerksam.
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