Frankenberger Zeitung (WLZ-FZ) vom 10. August 2005

Über 500 Besucher beim “Tag der offenen Tür” im Frankenberger Dampfmaschinenmuseum

Zeitreise zu den Anfängen der Industrie

Frankenberg (hwc/r) mit so einer großen Resonanz auf den “Tag der offenen Tür” am Sonntag hatte der Förderverein des Dampfmaschinenmuseums nicht gerechnet.
Über 500 Interessenten besuchten das noch im Aufbau befindliche Museum im Unternehmenspark Nord und informierten sich über die rund 80 dort ausgestellten historischen Maschinen.

Fachsimpeln an einer alten Dampfmaschine. Mansch älterer
Besucher des Dampfmaschinenmuseums hat mit so einem
Gefährt in seiner Jugend noch gearbeitet.

Von den Vorstandsmitgliedern konnten sie sich den Einsatz der Geräte erläutern lassen. Unter den Besuchern gab es Familien mit Kindern, die einen Sonntagsausflug unternahmen. Feriengäste aus dem In- und Ausland fanden eine willkommenen Bereicherung ihres Urlaubsprogramms, ehemalige Mitarbeiter der Stuhlfabrik Stoelcker suchten ihre frühere Wirkungsstätte auf,, und Technik-Freakserfreuten sich an der robusten Mechanik der historischen Dampfmaschinen.

So fanden sich immer wieder kleinere und größere Gruppen an den ausgestellten Stücken und diskutierten über die Funktion der Geräte oder berichteten über ihren Einsatz an solchen Maschinen.
Ein besonderer Anziehungspunkt war wieder die grosse Dampflokomobile im Kesselhaus, die Betrachter wegen ihrer Größendimension immer wieder in Erstaunen versetzt. Viele Besucher hatten zum ersten Mal den Weg ins Museum gefunden, viele Wiederholungsbesucher zeigten sich erfreut über die Weiterentwicklung.

Einzigartiges Museum

"Watt in en Dampfmaschin?" Auch die Funktions-
weise wurde beim "Tag der offenen Tür" im
Frankenberger Dampfmaschinenmuseum erläutert.
(Foto: pr)
An der Dampfmaschine zum Antreiben einer Dreschmaschine.
Fördervereinsvorsitzender Klaus Hartmann (Mitte)erläutert Besuchern die
Funktionsweise. (Foto: hwc)

Der “Tag der offenen Tür” sei auch Werbung in eigener Sache, sagte der Vorsitzende des 1997 gegründeten Vereins, Klaus Hartmann.
Als einziges Dampfmaschinenmuseum in Nordhessen verfüge der Verein mit seinen 150 Mitgliedern und Förderern derzeit über 80 Stücke aus der Dampfmaschinenepoche, darunter die größte funktionsfähige Dampfmaschine Deutschlands.
Ausgestellt sind die “alten Schätzchen” auf einem Freigelände und in Gebäuden der ehemaligen Stuhlfabrik Stoelcker. Hartmann erläuterte auch die weiteren Ziele. So sollen auf dem Areal künftig Dampfmaschinen und andere technische Geräte aus der Zeit ab 1890 in dem Industrie- und Gewerbemuseum gezeigt werden. Dabei soll in der Präsentation der Bezug zum kulturhistorischen Hintergrund der frühindustriellen Zeit hergestellt werden und durch Wechselausstellungen mit Leihgaben im Gesamtkonzept eine regionale touristische Attraktion werden.
Dabei steht die Zusammenarbeit mit dem Hessischen Museumsverband als Meilenstein in der hiesigen Museumsentwicklung bevor. Noch in diesem Jahr sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden. Gesucht werden noch Freunde und Interessenten, die mithelfen, damit das Museum zu regelmäßigen Zeiten der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Derzeit besteht nur die Möglichkeit einer individuellen Führung nach Anmeldung. Hartmann kündigte außerdem an, dass das in Auftrag gegebene Gesamtkonzept kurz vor der Fertigstellung stehe und demnächst der Öffentlichkeit vorgestellt werde.
Während des sechsstündigen Festes servierten Mitglieder des Fördervereins den Besuchern Kaffee und Kuchen, Würstchen vom Grill und gekühlte Getränke. Angesichts des kühlen und regnerischen Wetters fanden gerade die heissen Würstchen und der Kaffee reißenden Absatz, beim Kuchen standen die letzten Interessenten wegen des großen Andrangs allerdings vor ausverkauften Regalen.
Wegen der grossen Resonanz will der Förderverein den “Tag der offenen Tür” wiederholen. Die “Dampftage” im vergangenen Sommer hatten mehr als 3.000 Besucher angelockt. Für den Verein zeugt dies von grossem Interesse an dem einzigartigen Museum.

Auskünfte erteilt Klaus Hartmann, Telefon 06451 3300.
Führungen nach Anmeldung gibt es mit Heinz Malewschik, Telefon 06451 4641, und mit Martin Staudt, Telefon 06451 8766.

 

archiv